TEMAUXIN®
Pflanzenstärkungsmittel/ Resistenzinduktoren

   
Gebrauchsmuster liegt vor (202006011146.8), Patent ist beantragt (DE102006033401.9-41), Listung als Pflanzenstärkungsmittel ist beantragt.
 
Wirkstoffe:
Temauxin SA (Wirkstoff: Salicylsäure)
Temauxin TR (Wirkstoff: Tryptophan)
Temauxin ASP(Wirkstoff: Asparaginsäure)
Temauxin AS (Wirkstoff: Acetylsalicylsäure)
 
   

Definition der Induzierten Resistenz:
Mit Pflanzenstärkungsmitteln/Resistenzinduktoren wird die natürliche Widerstandfähigkeit einer Pflanze ohne Veränderung ihrer genetischen Konstitution verbessert. Folgende Kriterien tragen zum Erkennen Induzierter Resistenz bei: die fehlende direkte Wirkung gegenüber den Schadorganismen, die Notwendigkeit eines Zeitintervall von ca. 3-4 Tagen zwischen Applikation des Induktors und Wirksamkeit der Resistenz.

Die Frage, warum eine Pflanze von einem Wirt befallen werden kann und eine andere nicht, steht im Rahmen der Firma Temmen GmbH z.Zt. im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten. Einzelheiten der bisherigen Untersuchungen können in dieser homepage unter „Forschung“ nachgelesen werden. Es wurde an vielen Pflanzenarten nachgewiesen, daß die Vakuolisierung der Pflanzenzellen eine wesentliche Bedeutung für das Restenzverhalten hat. Es ist zwar bekannt, daß im natürlichen Alterungsprozess alle Pflanzenzellen im Verlaufe der ontogenetischen Entwicklung eine Streckungsphase durchlaufen, welche mit einer mehr oder weniger starken Vakuolisierung verbunden ist. Das Phänomen des unterschiedlichen Anfälligkeitsverhalten von anfälligen und resistenten Pflanzen in Korrelation mit dem Grad der Vakuolisierung ist jedoch neu. Da z.B. der Echte Mehltaupilz als obligater Parasit auf Nährstoffe in den Epidermiszellen angewiesen ist, müssen zur Bildung von Primärhaustorien einige cytoplasmareiche Zellen vorhanden sein. Solche Zellen werden als "Starter Zellen“ bezeichnet, welche mit den Hilfszellen in den Monokotylen vergleichbar sind. Nachdem sich sekundäres Myzel gebildet hat, versucht der Pilz seine Haustorien ebenfalls in den Nachbarzellen zu etablieren, um somit seinen Nährstoffbedarf zu decken. Solche Sekundärhaustorien werden sogar in vollkommen vakuolisierten Zellen gebildet, in denen Primärhaustorien nicht wachsen können. Dieser Zusammenhang wurde in allen untersuchten Wirt- Parasit -Beziehungen festgestellt.
Wie kann das natürliche Anfälligkeitsverhalten von Pflanzen verbessert werden?
Da in der Streckungsphase der Epidermiszellen gewisse pflanzeneigene Streckungshormone (Auxine), eine wichtige Rolle spielen, wurden in der Firma Temmen GmbH umfangreichen Untersuchungen unter Klimaschrankbedingungen durchgeführt.
So konnten anwendungsfähige und wirksame Spezialformulierungen von mehreren natürlichen und synthetischen Derivaten aus der Gruppe der Auxine in Verbindung mit Rapsöl und einem natürlichen Emulgator als Trägerstoffe entwickelt werden.

Die Produkte wurden mit einem Zeitintervall von ca. 4 Tagen, in denen sich die Schutzwirkung einstellt, appliziert. Eine Wiederholung der Behandlung erfolgte nach 14 Tagen. Da die pflanzenstärkende Wirkung unspezifisch ist, kann davon ausgegangen werden, dass diese Abwehrreaktion gegenüber vielen biotrophen Schadorganismen hervorgerufen wird. Temauxin hat keine direkte Wirkung auf den Schädling selbst, so daß Schadorganismen wie z.B. Echte Mehltaupilze auf bereits befallenen alten Blättern wenig stark reduziert werden, sondern nur die noch nicht bzw. wenig befallenen jüngeren Blätter können vor Befall vollkommen geschützt werden. Deshalb kann bei starkem Infektionsdruck auf älteren Blättern geringe Infektion stattfinden.

Einsatz von Pflanzenstärkungsmitteln:
In Versuchen mit vorliegenden Wirkstoffen konnte nachgewiesen werden, daß eine geringe Dosis-Wirkungsbeziehung besteht. Die beste Wirkung wird dann erreicht wenn die optimale Aufwandmenge ohne phytotoxische Schäden vorliegt. Da Pflanzenarten und Sorten unterschiedlich reagieren können, sollte deshalb bei großflächigem Einsatz die optimale Dosis an einigen Pflanzen getestet werden. Bei den für die Praxis vorgesehenen Anwendungskonzentrationen der obigen Produkte sind allgemein keine phytotoxischen Schäden an den Blüten und Blättern zu befürchten. Die Entwicklung der Pflanzenzellen ist fließend, d.h. zum Zeitpunkt der Behandlung mit dem Induktor sind unterschiedliche Entwicklungsstadien von Pflanzenzellen vorhanden. Da jedoch nur solche Zellen induziert werden können, welche sich im beginnenden Streckungsstadium befinden, können ältere Zellen von dem Induktor nicht geschützt werden, so daß bei sehr starkem Infektionsdruck geringe Infektion auf den Blättern stattfinden kann. Beim Echten Mehltau auf Gurken konnten unter Klimaschrankbedingungen einzelne wenige Pusteln festgestellt werden, die jedoch keine typische runde Form aufwiesen und “zerfranst” waren.

   
 
  Mit Hilfe von Blattschnitten konnte der Einfluss von Auxinen auf die Vakuolisierung der Epidermiszellen von Gurkenpflanzen verdeutlicht werden. Die nichtbehandelten Blätter wiesen eine wesentlich größere Anzahl an nicht vakuolisierten Epidermiszellen auf als die behandelten. Dieser „Mangel an Cytoplasma -Effekt“ wird dadurch bekräftigt, dass sich der Pilz auf den Epidermiszellen oberhalb von Blattadern von behandelten Gurkenblättern mit TEMAUXIN noch gering entwickeln kann, wogegen eine Entwicklung auf den Interkostalfeldern zwischen den Blattadern nicht möglich ist.
   
 
   
  Parallel dazu konnte mit Hilfe von Blattschnitten nachgewiesen werden, daß Zellen oberhalb von Blattadern auch nach der Behandlung noch mit Cytoplasma gefüllt, während die Nachbarzellen in den Interkostalfeldern stark bzw. vollkommen vakuolisiert sind.
Positiven Ergebnissen zur Bekämpfung von Feuerbrand (Erwinia amylovora) mit TEMAUXIN AS und Krautfäule (Phytophthora infestans) an Kartoffeln mit TEMAUXIN SA liegen ebenfalls vor.
Versuche zur Bekämpfung von Echten Mehltaupilzen sowie von anderen obligaten Parasiten sind geplant. Interessenten stellen wir für Versuche gern Muster zur Verfügung.
   
   
   
   
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